Sonntag, 16. Januar 2011

LAUT!

Und irgendwas steckt in Dir drin
Du kannst es hören
wenn Du leise bist.
Ja, irgend etwas tickt in Dir,
Du weißt genau, es wird gleich explodieren!

Die Toten Hosen

Nach viel zu langer Stille stehe ich mittlerweile kurz vor der Explosion. Mit anderen Worten, ich suche dringend ein paar Musiker, um meine Band wieder auflebenzulassen. Dabei geht es natürlich um Punk Rock vom Allerfeinsten, sprich, ich suche zumindest mal einen Bassisten und ein bis zwei Gitarristen und spiele selbst Schlagzeug. Zu viel Talent muss echt nicht sein, dann könnten wir auch einfach eine Metal-Band aufmachen, aber eine Portion Motivation und Zuverlässigkeit gehört schon auch mit dazu.

Wie an obigem Zitat gut zu erkennen ist, ich selbst bin ein großer Fan der Toten Hosen und will vom Stil her ganz klar in diese Richtung gehen. Zum Einen meine ich damit die musikalische Komponente, zum Anderen aber auch die Texte, die bei dieser Band, zumindest meiner Meinung nach, quasi alles von Gesellschaftskritik über die verschiedensten zwischenmenschlichen Dinge bis hin zum Feiern abdecken. Dabei habe ich nichts gegen das ein oder andere Cover einzuwenden, aber eigentlich bin ich schon für eigene Lieder.

Zum Einen singe ich gerne, zum Anderen gehört es für mich in einer guten Punk Rock Band mit dazu, dass mehr oder weniger alle Bandmitglieder mal den Mund aufmachen. Schließlich geht es beim Punk Rock nicht darum, Virtuosität am Instrument an den Tag zu legen und ansonsten die Klappe zu halten. Ihr solltet also zumindest auch mal bereit sein, einen Refrain mitzugröhlen.

Ein Proberaum in Saarbrücken ist vorhanden.

Wer Interesse hat, bitte einfach eine E-Mail an Schlumpf@lauter-Juckreiz.de schicken.

Mir ist durchaus bewusst, dass es immer weniger Leute gibt, die in diese Richtung gehen wollen und es von daher schon schwierig genug ist, jemanden zu finden und dann kommt noch dazu, dass mein Umfeld doch schwer Metal-lastig ist, von daher noch die Bitte: Auch wenn Ihr selbst kein Interesse habt, vielleicht kennt Ihr ja jemanden, der sich interessieren könnte. Hier unter dem Text findet Ihr gleich mehrere Knöpfe, über die Ihr mich ganz einfach mit einem Mausklick unterstützen könnt, indem Ihr einen Link hierher twittert, auf Facebook setzt und was sonst noch so im Angebot ist. Dafür wäre ich Euch sehr dankbar.

Vielen Dank für Eure Hilfe und bis bald!

(20.01.2011) P.S.: Vielleicht sollte ich auch nochmal dazu erwähnen, dass Proben mehr oder weniger zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich sind ;-)

Montag, 10. Januar 2011

Google Navigation

Heute gibt's einfach nur mal einen kleinen Testbericht. Ich bin schon länger im Besitz eines HTC Desire und lasse mich immer wieder gerne von dem Gerät überraschen, wenn es mir mal wieder eine bisher unentdeckte Fähigkeit offenbart. Mittlerweile gibt es ja doch die verschiedensten Möglichkeiten, mit einem Androiden zu navigieren, zum Teil offline, zum Teil online. Für meine Testfahrt habe ich jetzt mal die Google Navigation ausprobiert und diese auf ihre offline-Funktionalität hin getestet und war durchaus positiv überrascht.

Offiziell handelt es sich um eine reine online-Navigationslösung, bei der auch die Routen nicht auf dem Telefon sondern auf einem Server berechnet werden. Bestimmt hat das Vorteile, da so eine Routenberechnung nicht ganz einfach ist und auf den meisten Navigationsgeräten auch nicht ohne Tricks bewerkstelligt wird, so lässt sich Rechenzeit und Strom auf dem Endgerät sparen. Die Google Navigation lädt jedoch scheinbar gleich zu Beginn die gesamte Route herunter, sodass ich sich auch beispielsweise im heimischen WLAN eine Route laden lässt. Genau das habe ich ausprobiert. Um das ganze noch etwas interessanter zu gestalten, hatte ich zwar vor, am Ende auch am angegebenen Ziel anzukommen, jedoch noch mit einem nicht auf der Route liegenden Zwischenstop. Für eine offline-Navigation ist es kein Problem, wenn man die ursprünglich berechnete Route verlässt, wieder eine neue zu berechnen, aber mich hat jetzt mal interessiert, was die online-Navigation tun wird, wenn sie ohne Datenverbindung vom Weg abkommt.

Das erste, gute Zeichen war, als ich außerhalb der Reichweite des WLANs war, ist die Navigation einfach weitergelaufen. Die Stimme hat mich doch eher gestört, weshalb ich sofort nach der ersten Anweisung den Ton abgestellt habe, es kann natürlich aber auch gut sein, dass das viel weniger nervig ist, wenn man die Strecke tatsächlich nicht kennt.

Der nächste, spannende Punkt war dann natürlich das Verlassen der vorhergesehenen Route. Normalerweise würde jetzt eine neue Route berechnet, da es sich aber um eine online-Lösung dreht, müsste dazu eine Verbindung zum Internet bestehen, die in dem Moment aber bewusst deaktiviert war und siehe da, direkt nach dem Verlassen der Route hat die Navigation zur Vogelperspektive gewechselt und mir auf dem, was an Kartenmaterial gepuffert war, grob gezeigt wo ich bin, ohne die eigentliche Navigation abzubrechen. Ich wurde nur darauf hingewiesen, dass keine Datenverbindung vorhanden wäre und auf der Karte war weiterhin die vorher berechnete Route eingezeichnet.

Nochmal spannend war dann die Frage, was wird das Gerät tun, wenn ich wieder zurück auf der vorher berechneten Route bin und siehe da, kaum wieder auf der Strecke, wurde ich sofort wieder mit der nächsten Anweisung belohnt und auch tatsächlich sicher an mein Ziel geführt.

Ein paar vielleicht noch ganz interessante Zusatzinformationen: Wenn ich den kleinen Abstecher zwischendrin nicht mitrechne, dann hat die geschätzte Ankunftszeit ziemlich genau gestimmt, ich hatte das Telefon die ganze Zeit ohne Stromkabel und auch schon den ganzen Tag vorher betrieben und trotz dauerhaft eingeschaltetem Bildschirm und Navigation über GPS war danach noch genug Ladung übrig, um ruhigen Gewissens in die Nacht startenzukönnen. Für meinen Geschmack sieht die Nachtansicht der Google Navigation extrem cool aus und lässt sich sowohl im Hoch- als auch im Querformat einwandfrei benutzen.

Was ich nicht herausgefunden habe, ist, wie man mehrere Wegpunkte eintragen kann. Für also eine Navigation über mehrere Zwischenstopps ist die Google Navigation, so wie sie ist, wohl nur online geeignet, gleiches gilt wohl auch für Rückfahrten, für die es zwar eine bequeme Schnellwahl gibt, die jedoch auch wieder über das Internet als neue Route berechnet werden muss.

Kurz: Für eine reine online-Navigationslösung ist da schon eine ganze Menge offline mit drin und ansonsten vom Funktionsumfang her zumindest für meinen Geschmack genau das, was eine Navigation können sollte, nur vermisse ich eine Eingabemöglichkeit für Zwischenstopps und da die Routenplanung auf Google Maps diese Funktion bereits lange enthält, muss ich auch sagen, hätte ich schon damit gerechnet, dass auch die Navigation dazu in der Lage ist.

Bei Gelegenheit folgt, glaub ich, auch mal noch ein kurzer Überblick über das Telefon an sich, gerade in Verbindung mit HTC Sense und den mittlerweile 2 von mir auf diesem Telefon erlebten Androidversionen. Jetzt erstmal noch einen guten Abend Euch allen und bis bald!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Wie sehen Gegenstände bei Lichtgeschwindigkeit aus?

Hallo alle zusammen!

Gerade eben habe ich ein wenig im „P.M. Fragen und Antworten“ geblättert und bin auf die Frage „Sind Gegenstände, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, unsichtbar?“ gestoßen. Die Antwort war dort eigentlich nur, dass es im Prinzip keine Gegenstände gibt, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und ein paar Vergleiche, wie unglaublich schnell Licht denn so sein kann.

Also zuerst einmal, warum gibt es denn bitte keine Gegenstände, die mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind?

Ganz einfach ausgedrückt, sieht es so aus, umso schneller ein Gegenstand schon ist, umso mehr Energie brauchen wir nochmal, um ihn weiter schneller zu machen und um so näher wir an die Lichtgeschwindigkeit rankommen, umso mehr extra Energie brauchen wir. Dieser immer höher werdende Energiebedarf kommt daher, dass sich das Gewicht in Relation zur Geschwindigkeit vervielfacht – ja, Relation, erwischt, es geht tatsächlich um Einsteins Relativitätstheorie – sodass wir am Ende, um unseren Gegenstand auf Lichtgeschwindigkeit zu bringen, unendlich viel Energie benötigen würden.

Aber nehmen wir einfach mal an, wir hätten einen roten Apfel, der sich gerade mit Lichtgeschwindigkeit durch unser Universum bewegt. Warum ausgerechnet ein roter Apfel? Gute Frage. Vielleicht weil wir ja eigentlich wissen, dass wir keinen Apfel auf Lichtgeschwindigkeit haben dürften, dann können wir das sicher irgendwie über Adam und Eva begründen. Naturwissenschaften und Religion, jetzt hab ich mich aber ganz schön reingeritten, also schnell weiter, bevor das hier ausartet.

Wie sieht jetzt unser Apfel auf Lichtgeschwindigkeit aus? Eigentlich ganz einfach, wie ein Apfel. Wir haben nur nicht wirklich Zeit, ihn wahrzunehmen, weil er halt verdammt schnell wieder aus unserem Blickfeld verschwunden ist. Wir könnten aber, wenn der das kann, dann können wir das schon lange, dem roten Apfel mit gleicher Geschwindigkeit hinterherfliegen und eine Taschenlampe vorausfliegen lassen. Jetzt müssten wir, sollten die Abstände stimmen, den Apfel sogar länger sehen können.

Jetzt könnten wir uns aber mal den Spaß machen und uns selbst mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Bevor wir loslaufen, kucken wir einfach mal auf unsere Uhr und vergleichen sie mit einer Wanduhr, jetzt gehen unsere beiden Uhren gleich. Nur mit Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend zu rennen ist uns natürlich auch viel zu einfach, wir laufen rückwärts, damit wir weiter auf die Wanduhr kucken können und jetzt, Achtung Schnürsenkel, vergleichen wir beim Laufen die beiden Uhren.

Auf einmal scheint die Wanduhr zu stehen und die Uhr, die wir dabeihaben, normal weiterzulaufen. Nicht nur das, beim Beschleunigen ist die Wanduhr scheinbar immer langsamer geworden, bis sie irgendwann stehengeblieben ist. Eigentlich ist das auch gar nicht so verwunderlich. Wenn wir erstmal Lichtgeschwindigkeit erreicht haben, heißt das ja, dass wir quasi genau so schnell unterwegs sind, wie das Licht, das zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Uhr reflektiert wird. Die Frage ist nur, wenn wir quasi immer das gleiche Licht vor den Augen haben, wie lange können wir die Uhrzeit erkennen, weil schließlich muss das Auge ja die Energie dieses reflektierten Lichts aufnehmen, sodass wir dann ein Bild sehen können und irgendwann ist diese Energie ja weg.

In dem letzten Satz stecken doch noch gleich zwei Dinge mit drin. Wenn dieses Licht sich doch mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, müsste es dann nicht nach unserer Überlegung von vorhin unendlich viel Energie haben? Nein, muss es nicht. Licht kann im Gegensatz zu unserem roten Apfel tatsächlich mit dieser Geschwindigkeit unterwegs sein. Es kann aber schlecht unendlich viel Energie enthalten, wer könnte sich dann auch nur Energiesparlampen leisten? Jetzt einfach mal rückwärts gedacht, Licht braucht nicht unendlich viel Energie, um seine Geschwindigkeit zu erreichen, das heißt, es wird auch nicht unendlich schwer, was schonmal sehr angenehm beim Kucken ist, könnte sonst erstaunlich wehtun. Wenn wir aber davon ausgehen, dass die Naturgesetze ja auch für Licht gelten sollten, dann müssten wir aber trotzdem ein unendlich Vielfaches der Masse von stehendem Licht annehmen.

Hat schonmal jemand stehendes Licht gesehen? Genau, diese Masse ist nämlich gleich 0. Unser Licht hat zwar eine gewisse Energie, die unser Auge aufnehmen kann, aber es schlägt ja nicht im Auge auf, gibt diese Energie ab und dann fallen da plötzlich „gebrauchte“ Lichtteilchen vor den Augen runter. Stattdessen schlägt da so ein Lichtteilchen in unserem Auge auf, aber eigentlich haben wir nur irgendwie so eine Art Schwingung wahrgenommen. Und schon sind wir beim Welle-Teilchen-Dualismus. Um aber nochmal auf den Satz von vorhin zurückzukommen, wenn die Energie weg ist, dann müssten wir das von der Uhr reflektierte Licht quasi ein wenig aufholen lassen, wir müssten also langsamer werden, um sie wieder zu sehen. Wenn wir das nicht tun würden, wäre die Wanduhr für uns tatsächlich eventuell so etwas wie unsichtbar.

Genug für heute, gute Nacht und bis bald!

P.S.: Noch ein kleiner Nachsatz um die Verwirrung zu komplettieren, Gegenstände sind bei Lichtgeschwindigkeit also nur dann sichtbar, wenn wir mit dem Kopf wackeln.

Mittwoch, 17. November 2010

Windows 7 in der KVM

Bevor wir richtig anfangen, Gentoo hat beschlossen, mich nicht mehr leidenzukönnen, weshalb ich seit letztem Wochenende ein Archlinux auf meinem Rechner habe. Der Name gefällt mir zwar nicht, aber es war (nach dem ein kleines Netzwerkproblem behoben war) innerhalb kürzester Zeit installiert, lief direkt und tut es auch immer noch, es war ohne irgendwelche Umwege die aktuellste Version KDE verfügbar und es ist wieder eine Distribution, bei der ich nicht alle paar Monate quasi neu installieren muss, weil die „neue Version“ veröffentlicht wird. Außerdem habe ich rein subjektiv betrachtet den Eindruck, dass der Akku länger hält und das Wiki ist sogar in mehreren Sprachen gut. Außerdem wird man ein bisschen offensichtlicher auf Details hingewiesen, die man gerne mal vergisst und danach nie wieder findet. Dazu zählen zum Beispiel solche Dinge wie, in welchen Gruppen muss ich sein um welche Geräte und welche Programme nutzenzudürfen oder wenn ich welchen Dienst nutze, werden welche Konfigurationen überfällig. Jetzt aber genug davon, eigentlich geht es ja um KVM.

KVM steht für Kernel based Virtual Machine, also eine virtuelle Maschine, die in diesem Fall über Module des normalen Kernels Zugriff auf moderne Virtualisierungstechniken auf Hardwareebene erlaubt. Diese Hardwarenähe soll sich prinzipiell durch hohe Leistung sowie das Entfallen von Anpassungen am Gastsystem an die Virtualisierung ausdrücken.

Das Gastsystem wird standardmäßig aus einer Konsole heraus gestartet und wenn man die nötigen Parameter alle kennt, kann dabei sogar ein benutzbares System herauskommen. Zumindest scheint das naheliegend nach meinem letzten Testlauf, ich habe der virtuellen Maschine die Hälfte meines Arbeitsspeichers sowie was auch immer KVM unter dem Standard-VGA-Gerät versteht zugeteilt und wurde mit einem schnell startenden Windows 7, dass sich sogar auf die native Auflösung meines Bildschirms einließ, bedacht. Nur der Versuch, das ganz im Vollbildmodus laufenzulassen ist nicht ganz so erfolgreich gewesen. Zwar wurde die richtige Auflösung verwendet, allerdings war dann doch nicht der ganze Bildschirm ausgefüllt und ich hatte ein Bild umrahmt von einem schwarzen Kasten. Allerdings hatte ich für diesen Test vielleicht 5 Minuten Zeit.

Bei Gelegenheit werde ich mich mal über andere Möglichkeiten für die Grafikausgabe informieren und solche Dinge wie paravirtualisierte Netzwerkhardware ausprobieren. Für mich ist das gesamte Feld um diese Virtualisierung herum mehr oder weniger Neuland und ich bin gespannt, welche Ergebnisse sich da noch erzielen lassen, wobei mich das heutige Ergebnis durchaus optimistisch stimmt. Außerdem hat sich meine letzte Windowsinstallation trotz strikten Verbotes bei einem Kontakt zum nächstbesten offenen WLAN beschlossen, einfach die komplette Windows-Partition zu vernichten, weshalb Windows jetzt auch erstmal nur noch virtualisiert auf den Rechner kommt, dann habe ich einfach ein Abbild, das als Datei auf der Festplatte liegt und sich entsprechend einfach sichern, löschen oder verschieben lässt.

Laut meiner Uhr gerade gute Nacht und bis bald!

Euer Schtroumpf

P.S.: Dieser Blogeintrag ist übrigens der erste, den ich mit Blogilo verfasst habe. Blogilo ist ein Editor, mit dem man Blogeinträge vom Rechner aus verwalten und sie auch lokal erstellen kann. Ich bin mal gespannt, ob er im im Laufe der Zeit überzeugen kann.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Ein „sozialverträgliches“ Gentoo – Teil 3: Die einfachen Sonderfunktionen

Aktueller Stand

Mittlerweile ist unser Gentoo ein lauffähiges System, unser KDE arbeitet ohne Probleme und eigentlich ist unser Rechner damit für den Produktiveinsatz bereit. Da ich aber, wie bereits erwähnt, ein ThinkPad T400 mein Eigen nenne, denke ich, dass es noch einiges mehr rauszuholen gilt. Die hier gesammelten einfachen Sonderfunktionen sind eher kleinere Konfigurationsaufgaben, es gibt jedoch auch noch komplexere Sonderfunktionen, wie zum Beispiel den Wechsel zwischen Grafikkarte und aufgelötetem Chip im laufenden Betrieb (switchable graphics). Sollte jemandem hier beim Lesen noch eine weitere interessante Funktion einfallen, die ich nicht erwähne, wäre ich um einen kleinen Kommentar sehr dankbar.

Scrollen mit dem Trackpoint

Ein besonderes Erkennungsmerkmal bei ThinkPads ist der Trackpoint ungefähr in der Mitte der Tastatur, der als Maus benutzt werden kann. Normalerweise kann man diesen Punkt auch zum Scrollen benutzen, jedoch wird dazu eine zusätzliche, mittlere Maustaste gedrückt. Das Problem unter Linux ist dabei, dass normalerweise ein Drücken der mittleren Maustaste eine Einfügeoperation auslöst. Deshalb müssen wir unserem System noch einmal extra mitteilen, dass wir damit gerne scrollen möchten.

Wie hier ganz gut beschrieben ist das eigentlich kein Problem, wir müssen nur wissen, wie welche Einrichtungsmethode für uns die richtige ist. Da wir ein relativ aktuelles System haben, dass aber immer noch auf HAL baut, nehmen wir die Möglichkeit, unseren Trackpoint darüber zu konfigurieren.

Zeiteinstellungen

Wenn wir nur ein Gentoo und sonst nichts installieren, müssen wir nur am Anfang überprüfen, welche Zeit unser BIOS anzeigt und können dementsprechend in der Datei "/etc/conf.d/clock" UTC oder lokale Zeit angeben. Wenn noch eine Windowsinstallation dazukommt, wird es etwas komplizierter. Windows stellt meist direkt die BIOS-Uhr um und benutzt diese Zeit als lokale Zeit. Dazu müssten wir also in unserem Gentoo angeben, die Uhr liefe auf Lokalzeit. Gentoo stellt die Uhr aber damit nicht mehr um. Wenn wir jetzt also einen Sommerzeit-Winterzeit-Wechsel (oder umgekehrt) haben, müssten wir extra einmal Windows starten, damit Windows wieder die Zeit umstellen kann und sie danach auch wieder unter Gentoo stimmt.

Schön wäre es jetzt, wenn sich beide Systeme auf eine Zeit einigen könnten. Wir müssten also entweder Linux beibringen, an der Hardware-Uhr rumzupfuschen oder Windows eben dies verbieten. Ich habe es einfach Windows verboten, somit konnte ich meine BIOS-Uhr auf UTC stellen und bekomme in beiden Systemen sowohl zur Sommer- als auch zur Winterzeit die richtige Uhrzeit angezeigt. Auf dieser Seite habe ich herausgefunden, wie ich Windows die UTC-Zeit beibringen kann und das hat sogar auf Anhieb funktioniert.

Wichtige Benutzergruppen

Die Rechteverwaltung unter Linux soll dafür sorgen, dass möglichst jede Ausführung nur so viele Rechte besitzt, wie wirklich nötig ist, damit man zum Einen selbst möglichst wenig kaputt machen kann und man zum Anderen auch Fremden (oder nur zu Bekannten...) möglichst wenige Möglichkeiten dazu offen hält. Um die Verwaltung dieser Rechte etwas leichter zu gestalten, gibt es Gruppen mit bestimmten Rechten und wir können Benutzern die wichtigsten Rechte für den normalen Betrieb zusprechen, indem wir sie zu Mitgliedern dieser Gruppen machen. Andere Distributionen, die von vorneherein auf bestimmte Anwendungsgebiete ausgelegt sind, setzen einen neuen Benutzer normalerweise gleich in die wichtigsten Gruppen. Unser Gentoo weiß nur nicht von vorne herein, wofür es gedacht ist und da ein "normaler" Benutzer zur Verwaltung eines Servers nicht unbedingt Hardwarebeschleunigung für seine Grafik benötigt, sollten wir unseren Benutzer selbst in die wichtigsten Gruppen stecken. Mir fallen da vor allem die Gruppen "cdrom", "video" und "audio" ein. Sollte jemand dazu noch Ergänzungen haben, nur her damit.

Viele Probleme, die man eigentlich auf Treiber oder irgendwelche Fehler in Programmen schieben möchte, haben ihren Ursprung oft in falsch gesetzten Rechten. Wenn ein Benutzer nicht in der Gruppe "cdrom" ist, kann durchaus mal k3b (Programm zum Brennen und auslesen von CDs und DVDs) behaupten, es wäre gar kein Brenner vorhanden, wohingegen kaffeine (Programm zur Wiedergabe von Videos) sogar behauptet, es würden irgendwelche Erweiterungen fehlen. Mit den richtigen Rechten funktioniert es dann. Noch interessanter ist der Effekt bei der Gruppe "video". KDE hat seit einiger Zeit direkt in KWin graphische Effekte integriert. Die Systemprozesse haben Zugriff auf Hardwarebeschleunigung, somit laufen die komplexesten 3D-Effekte ohne Probleme, aber schon das kleinste Spiel ruckelt unerträglich oder ist einfach extrem langsam. Ist man in der Gruppe "video" kann auf einmal der kleinste Grafikchip schon erstaunliche 3D-Anwendungen flüssig auf den Bildschirm zaubern. Gerade für Spiele gibt es im Normalfall auch eine extra Gruppe "games", die die Rechte zur Ausführungen von Spielen hat.

Fortsetzung folgt

Viele Sonderfunktionen sind das noch nicht, es werden sicher noch einige folgen, aber erst mal möchte ich mich um ein paar komplexere Dinge kümmern. Deshalb bringen wir in der nächsten Fortsetzung unserem Rechner und insbesondere unserem Kernel bei, mit Besonderheiten wie den Beschleunigungssensoren richtig umzugehen.

Viel Spaß soweit und bis dann!

Montag, 5. April 2010

Ein „sozialverträgliches“ Gentoo – Teil 2: Nochmal an's Netz und weiter geht's!

Hallo Welt! – Ich bin wieder da!

Erst mal vorweg, nein, ich habe nicht über 2 Wochen gebraucht, um über einen einfachen X-Server hinaus mein System weiter einzurichten. Aber es gibt immer mal wieder ein paar Kleinigkeiten, die die Arbeit mit Gentoo immer wieder spannend machen. Vieles davon sind einfach logische Zusammenhänge, auf die man nur erstmal kommen muss, andere Dinge sind dann aber doch eher verwunderlich. Auf dem Weg zu meinem schönen KDE ist mir beides begegnet. Mit meinem WLAN wieder an's Netz zu kommen gehörte eindeutig in letztere Kategorie.

Netzwerkverbindungen

Da ich meinen Rechner viel unterwegs einsetze und unterwegs auch immer wieder verschiedene Netzwerke benutze, wollte ich gerne vermeiden, jedes Netzwerk von Hand einrichtenzumüssen und habe mich für die Installation des NetworkManagers entschieden. Eigentlich wird dieser Dienst zwar im Rahmen des GNOME-Projektes entwickelt, allerdings setzt auch der neue Knetworkmanager darauf auf. Der ist nur noch nicht stabil genug, weshalb ich zur graphischen Bedienung die GNOME-Variante in meine Systemleiste gesetzt habe. Die Installation war auch kein Problem, auch optisch ist der GNOME-Anteil gar nicht so auffällig. Die Einrichtung der Netzwerke lief auch ohne Probleme ab, allerdings nicht von Anfang an. Denn, wieso auch immer, nach der Installation des NetworkManagers müsste ich D-Bus neu bauen. Ich habe keine Ahnung wieso, aber danach ging alles ohne Probleme. Etwas schade finde ich, dass jetzt meine WLAN-Schlüssel im GNOME-Schlüsselbund gespeichert werden, alles andere jedoch auf die digitale Brieftasche von KDE zurückgreift. Wahrscheinlich sollte aber ohnehin der Knetworkmanager bald stabil sein und der wird sicherlich auch die digitale Brieftasche verwenden.

Wer darf was?

Um auch aus einem laufenden KDE die Verwaltung und Wartung des Systems bewerkstelligenzukönnen, habe ich mir zuerst mal ganz einfach nach Anleitung eine Rechteverwaltung mittels sudo eingerichtet, die auch direkt funktioniert hat.

Diese Art der Rechteverwaltung war ich auch schon von vorherigen Systemen gewohnt und wollte sie auch hier gerne behalten. Über die Rechte, derer es bedarf, um ein System zu verwalten war ich mir zwar im Klaren. Ein paar andere Dinge kamen etwas überraschend. Zwar weiß ich, dass ein Benutzer nicht zwangsläufig Musik machen oder auf ein optisches Laufwerk zugreifen darf, aber prinzipiell ist das doch schon Standard für den normalen Betrieb. Unter anderen Systemen, wie Kubuntu, ist das für den Standard-Benutzer schon eingerichtet. Prinzipiell stellt es auch keinen echten Zusatzaufwand dar, schnell einen Benutzer in die Gruppen "audio" und "cdrom" einzutragen, nur verhalten sich die Programme gerne mal sehr seltsam, solange man das noch nicht getan hat. Von daher kommt man auch nicht immer direkt auf die Idee.

Die Notwendigkeit einer Zuweisung zur Audio-Gruppe war noch relativ einfach zu finden. Ich hatte keinen Ton und wenn ich versucht habe, die Lautstärkeregelung zu öffnen, ist einfach nichts passiert. Nachher ging das ohne Probleme. Mit der Gruppe "cdrom" war das etwas anders. Wenn ich nämlich eine CD oder eine DVD eingelegt habe, ist zunächst einnmal die ganz normale KDE-Benachrichtigung über eine eingelegte Scheibe und die Möglichkeiten, was man mit ihr tun könnte, erschienen. Ab dann hat jedoch jedes Programm seinen sehr eigenen Interpretationsansatz gewusst. Obwohl HAL (Hardwareabstraktionsschicht) für die Benachrichtigung verantwortlich ist, war sich k3b (eine meiner Meinung nach sehr gut gelungene Anwendung zum Kopieren, Auslesen und Erstellen von CDs und DVDs) absolut sicher, dass HAL gar nicht aktiv wäre. Dolphin (der normale Dateimanager von KDE) war wenigstens nur der Meinung, dass der Einhängepunkt für das Laufwerk nicht existieren würde und Kaffeine (ein hübsches Programm zum Abspielen von Videos) ging sogar soweit, mich wissenzulassen, dass mir wichtige Erweiterungen fehlen würden.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass man mit diesen Beschreibungen tatsächlich echte Fehler und Lösungsvorschläge findet, nur funktionieren die alle nicht. Man fühlt sich also sicher, da man das Problem bereits gefunden hat und nicht als einziger davon betroffen ist, stellt dann aber am Ende ernüchternd fest, dass man sich lediglich selbst die Erlaubnis verweigert hat.

KDE installieren

Jetzt haben wir also die nötigen Rechte, um unser System wie gewohnt zu benutzen, nur habe ich bis jetzt noch nichts über die Installation der eigentlichen Arbeitsoberfläche geschrieben. Um mein System möglichst stabil zu halten, habe ich versucht, soweit es mir möglich war, auf instabile Pakete zu verzichten, demnach bin ich zwar noch nicht in der schönen Welt von KDE 4.4 angekommen, aber dafür kann ich bei fast allen Programmen sicher sein, dass sie auch tatsächlich und zuverlässig funktionieren und sollte ich doch einmal nicht unbedingt auf ein neues Paket verzichten wollen, kann protage das auch. Im Gegensatz zu vielen anderen Paketverwaltungen findet man bei Gentoo nicht einfach eine möglichst aktuelle Version und braucht für alles andere zusätzliche Paketquellen, sondern kann entscheiden, ob man einfach ohne zutun die aktuell als stabil geltende Version installieren oder bestimmte Pakete auch in neueren Versionen zulassen will.

Prinzipiell gibt es für KDE ein großes Meta-Ebuild, das ein vollständiges KDE mit allem drum und dran baut. Auf diese Art kann man sich zwar sicher sein, dass man nichts vergisst, man kann aber auch Pakete einzeln installieren und hat damit ein lange nicht so aufgeblasenes System. Einen guten Mittelwert stellen die "kleineren" Meta-Ebuilds da. So kann man sich über wenige Installationen das Basissystem bauen und danach die Programe, die man wirklich gerne hätte, installieren.

Seit ein paar Tagen gibt es auch zusätzliche Profile für verschiedene Arbeitsumgebungen, so kann man mit Hilfe von eselect nicht nur mehr einfach ein Desktop-Profil, sondern gleich eines für KDE auswählen und hat somit auch keine Probleme. In meinem Fall hieß "keine Probleme", dass ich nur noch ein paar sehr wenige USE-Flags, die aber auch für eher speziellere Anwendungen waren, setzen musste und alles ohne Fehler kompilierte.

Wie geht's weiter?

Wir haben jetzt eine funktionierende Arbeitsumgebung, Internet, Musik, könnnen Filme kucken und auch weitere Programme installieren. Einfach sind solche Sachen wie Büroanwendungen installiert. Eigentlich wollte ich OpenOffice installieren, aber jetzt habe ich mir mal Koffice angekuckt und muss sagen, es ist um einiges besser in KDE integriert und vor allem viel besser aufgeteilt, zumindest meiner Meinung nach. Es macht viel mehr Gebrauch von immer üblicheren Bildschirmen im Breitbildformat und unterstützt im Großen und Ganzen wohl auch die gleichen Dateitypen wie OpenOffice. Angeblich hat es viel weniger Funktionen, aber wenn es schön werden soll, benutze ich ohnehin lieber LaTeX, von daher weiß ich auch nicht, ob ich das jemals in der Praxis bemerken werde.

Interessanter wird es beim persönlichen Informationsmanagement (PIM), wo sich zur Zeit in der Entwicklung einiges tut. Außerdem wollen wir auch nicht vergessen, ich habe ein ThinkPad T400 und wir wollen letzten Endes möglichst alle besonderen Funktionen, die das Gerät unterstützt, auch unter Linux zur Verfügung haben. Darum wird es jetzt in der nächsten Zeit unter Anderem um Sondertasten, meine beiden Grafikkarten und den Stromverbrauch gehen.

Bis dahin wünsche ich Euch allen einen schönen Ostermontag und bis bald!

Sonntag, 14. März 2010

Ein „sozialverträgliches“ Gentoo – Teil 1: Vom Anfang bis zum X-Server

Worum geht's?

Bereits seit ungefähr einem halben Jahr benutze ich Gentoo und bin damit auch eigentlich relativ zufrieden. Da es sich bei meinem aktuell laufenden System jedoch immer noch um meinen ersten Gehversuch mit Gentoo handelt, möchte ich mir jetzt einmal die Zeit nehmen, mit bereits etwas Erfahrung mein System neu aufzusetzen. Dabei halte ich hier im Groben die einzelnen Schritte fest. Das Ganze kann am Ende (hoffentlich) als ergänzende Anleitung zu der von gentoo.org verstanden werden.

Wer diese Anleitung benutzen möchte, sollte wohl auch wissen, worum genau es geht. Mein Rechner ist ein ThinkPad T400 von Lenovo. Dabei möchte ich gerne den vorhandenen 64 bit-Prozessor als solchen und am Ende KDE als Arbeitsumgebung nutzen.

Warum "sozialverträglich"?

Sowohl wer Gentoo kennt, als auch wer gerade zum ersten mal davon gehört hat, geht bei einer Gentoo-Installation immer gleich davon aus, dass der Installierende auf Tage verschwindet, dabei jeglichen Kontakt zur Außenwelt verliert und eventuell nach ein paar Tagen wieder auftaucht. Ich glaube, ich hätte eher weniger Spaß daran, mein Gentoo auf diese Art und Weise zu installieren, deshalb werde ich wohl ein paar Hinweise in meine Anleitung einfließen lassen, wie sich eine Gentoo-Installation mit dem Erhalt sozialer Kontakte vereinbaren lässt.

Mein erster Hinweis: Bereits vorm Aufschlagen oben genannter Anleitung habe ich bereits mit einem Kumpel gemeinsam die ersten beiden Flaschen Bier geöffnet. Zugegeben, ein Gentoo gemeinsam zu installieren erfordert durchaus etwas speziellere Kumpels, aber wir werden sicher später noch etwas allgemeinere Hinweise liefern.

Die Vorbereitungen

Auf meinem Rechner gibt es scheinbar einige Treiber-Probleme mit der Gentoo-LiveCD, wobei ich dabei auf dem Stand von vor einem halben Jahr bin, jetzt jedoch keine unnötigen Experimente machen will und der Einfachkeit halber eine Ubuntu-LiveCD benutze, die sämtliche, benötigten Treiber mitbringt. An dieser Stelle sollten wir uns schon möglichst sicher sein, ob wir ein 32 bit- oder ein 64 bit-System installieren wollen, da wir auch dementsprechend unser Live-System auswählen müssen.

Die Teile über die Wahl des Installationsmedium können wir getrost überspringen, da wir uns bereits für die Ubuntu-LiveCD entschieden haben. Außerdem nimmt uns ebendieses System auch die Konfiguration des Netzwerkes größtenteils ab. Interessant wird es also im Kapitel über die passende Partitionierung für unser System. Unsere Ubuntu-CD bringt bereits das einfach zu bedienende GParted mit. Ich habe auf meinem Rechner 4 Partitionen, eine, auf der noch ein Windows liegt, eine für die home-Ordner von Linux, damit ich bei einer neuerlichen Installation meine Daten direkt wieder dabei habe, eine für das eigentlich zu installierende Gentoo und am Ende noch eine Swap-Partition. Die Windows-Partition hat als Dateisystem in meinem Fall NTFS und die beiden Linux-Partitionen sind ext4-formatiert.

Um jetzt unser Gentoo zu installieren, müssen wir die Partitionen auf unsere Festplatte in das laufende Live-System einbinden. Das ist relativ ausführlich in der oben genannten Anleitung erklärt. In meinem Fall heißen die Ordner "/media/gentoo" und entsprechend "/media/gentoo/home". Danach laden wir nach Anleitung unser stage3-Archiv herunter. Weiterhin können wir auch nach Anleitung die ersten Einstellungen in unserer make.conf vornehmen.

Basissystem installieren

Spätestens jetzt stellt sich als wertvoller Hinweis heraus: versucht besser nicht mizubloggen, wie Ihr Euer Gentoo installiert. Die meiste Zeit geht dann nämlich für das Bloggen verloren. Um unser Basissystem zu installieren, werden wir gebeten, mit mirrorselect einen Spiegelserver auszuwählen und in die make.conf einzutragen. Das funktioniert nur in unserem Fall nicht, da wir keine Gentoo-LiveCD benutzen, wir müssen also die Variable "GENTOO_MIRROS" von Hand eintragen. Dann geht es erstmal wieder nach Anleitung weiter. Als Profil wählen wir "default/linux/amd64/10.0/desktop" aus.

Konfiguration des Kernels

Das Setzen der passenden USE-Flags verschieben wir zunächst soweit, bis wir sie auch wirklich benötigen und gehen jetzt an die Kernelkonfiguration. Ganz wichtig dabei ist, wenn wir, wie in meinem Fall, bereits eine fertige Konfiguration für den aktuellen Kernel haben, können wir einfach fortfahren, sollte dies jedoch nich der Fall sein, so hätten wir jetzt einen kleinen Anfang getan, sollten uns wirklich sicher sein, dass wir jetzt genug Zeit haben, uns die Hilfen zu den einzelnen Optionen durchzulesen, um dann unseren Kernel entsprechend zu konfigurieren. In meinem Fall gilt es jedoch nur, die existierende Konfiguration einzufügen und die Pinguine, die beim Starten des Systems da rumsitzen, zu finden und ihnen je nach Interesse die Aufenthaltsgenehmigung verlängern oder entziehen. Prinzipiell gehen wir dazu nach Anleitung vor, jedoch bevor wir das Konfigurationsmenü für den Kernel öffnen, kopieren wir unsere alte Konfigurationsdatei in den entsprechenden Ordner. Die Datei ist dabei in meinem Fall von einer Installation auf dem gleichen Rechner mit der gleichen Kernelversion! Kernelquellen herunterladen ist eine prima Situation um nochmals mit jemandem anzustoßen, Kernel bauen sollte erstmal ohne Probleme durchlaufen und bietet die Gelegenheit, nochmal kurz bei Facebook nachzusehen, was gerade "draußen" so los ist, vielleicht selbst was zu schreiben oder zumindest ein paar Beiträge von Freunden zu kommentieren.

Einrichtung und wichtige Systemwerkzeuge

Die meisten Konfigurationen sind nach Anleitung leicht gefunden, interessant wird es wieder, wenn wir die wichtigsten Systemwerkzeuge installieren wollen. Ich habe mich als Logger für syslog-ng entschieden, prinzipiell könnte man sich mit einem Cron-Deamon regelmäßig an die auszuführenden Updates erinnern lassen, man kann seine Updates aber auch einfach so gewissenhaft regelmäßig ausführen. Für die Dateiindizierung greife ich lieber am Ende auf die von KDE mitgebrachten Mittel zurück. Danach entscheide ich mich für GRUB als Bootloader und nach Anleitung sollte das auch problemlos funktionieren. Jetzt kommt wohl oder übel der erste Testlauf. Mal sehen, ob unser Gentoo bootet!

Es startet!

Jetzt, wo wir wissen, dass unser Gentoo tatsächlich bootet, können wir wieder zurück in unsere Live-Umgebung. In meinem Fall ist dies notwendig, da ich nur über WLAN im Internet bin und dieses gerne am Ende bequem über die grafische Oberfläche einrichten möchte. Also wird jetzt der X-Server installiert. Um bei der Sozialverträglichkeit zu bleiben, das ist genau der richtige Zeitpunkt um noch ein letztes Bier zu trinken und dann ins Bett zu gehen, um erst wieder wach zu werden, wenn der Server fertig kompiliert ist.

Genau das ist auch, was ich jetzt tun werde. Noch mit einem Kumpel, dessen Blog Ihr jetzt auch in meiner Liste findet, ein letztes mal für heute anstoßen und den Rechner erst mal in Ruhe alleine weiterarbeiten lassen. Wir sehen uns dann morgen wieder, wenn der X-Server soweit ist und wir unser KDE installieren können. Bis dahin können wir bereits ausgeschlafen haben und in Kontakt mit unserer Umwelt gekommen sein.

Ende von Teil 1

Zum guten Schluss möchte ich nochmal erwähnen, diese "Anleitung" ist keineswegs vollständig und auch nur bedingt ernst gemeint. Ich möchte damit niemanden beleidigen, der alleine und innerhalb eines Tages ein Gentoo aufsetzen kann. Viel mehr möchte ich vermitteln, dass eine Gentoo-Installation gar nicht so schwer ist und sie vor allem entgegen der landläufigen Meinung nicht gegensätzlich sozialen Kontakten gegenübersteht.

Außerdem ist Gentoo auch nur ein Pinguin ;-)

Gute Nacht, guten Abend, guten Tag, was auch immer gerade passt und bis bald!